Osterwasserholen nahe der Goldbachquelle 2017
Fotos: Robert Peetz / Sigrid Unger

Foto: Robert Peetz


Bereits 4.45 Uhr (!) trafen sich 22 Frühaufsteher am Ostersonntagmorgen, dem 16. April 2017, trotz kühler Temperaturen am Bushäuschen. Wie schon in den letzten Jahren begrüßte sie Peter Unger, der als einziger reden durfte, und wünschte für die 1 ½ stündige Morgenwanderung samt Osterwasserschöpfen viel Freude.

Ausgerüstet mit festem Schuhwerk und Taschenlampen lief die verschwiegene Gruppe bei klarem, sternenverziertem Himmel Richtung Reuth. Bereits kurz nach dem Dorfausgang erblickten die Teilnehmer ein kleines Licht am Großen Teich, das die meisten von ihnen nicht so recht deuten konnten. Dort angelangt, lüftete sich das Geheimnis. Ein weiterer Frühaufsteher wartete dort, um am Osterwasserholen teilzunehmen. Dabei wurde die morgendliche Stille das erste Mal kurz von Entenrufen unterbrochen. Ansonsten herrschte auch in der Natur noch absolute Ruhe. Auf einem Feldweg gelangten die Teilnehmer an den Waldrand und legten dort eine kleine Verschnaufpause ein. Dabei lauschten sie der erwachenden Natur und hörten die ersten Vogelstimmen des Tages. Danach ging es bergauf in den Wald hinein. Spätestens da wurden die mitgebrachten Taschenlampen benötigt. Der Weg führte wieder an einem kleinen ehemaligen Steinbruch und einer sogenannten „Spechtschmiede“ vorbei. Der sich durch den Wald schlängelnde Goldbach wurde überquert und schließlich die Schöpfstelle erreicht. Dort, wo der Goldbach einen Meter tief fällt, konnten die Tobertitzer nun Osterwasser schöpfen. Einige wuschen sich gleich mit dem Wasser – sicher ist sicher, denn schließlich sollte das vor Sonnenaufgang geschöpfte Osterwasser ja auch Schönheit bringen. Danach setzten die Wanderer ihren Weg Richtung Bahnhof fort, um schließlich auf der Straße bis zur Reuther Linde zu gelangen. Sie wurden dabei von Glockengeläut der Reuther Kirche begleitet. Kurz nach 6.00 Uhr waren die Frühaufsteher dann an der Reuther Linde und warteten, von kaltem Winde umweht, bis zum Sonnenaufgang. Jedes Jahr bieten diese Minuten Gelegenheit zur inneren Einkehr. Trotz anfänglichem Sternenhimmel zogen sich genau in diesen Minuten Wolken am östlichen Horizont zusammen und ließen den Sonnenaufgang nur erahnen. Die Morgensonne bestrahlte die darüberliegenden Wolken erst sanft rötlich und schließlich immer heller.
Nach anderthalb Stunden konnten die Osterwasserholer endlich ihr Schweigen brechen. Der Heimatverein Tobertitz e.V. lud zu einem Osterfrühstück ein, das von Kerstin, Isolde, Gerlinde und Claudia in bewährter Weise unterhalb der Reuther Linde vorbereitet worden war. Bei anregenden Gesprächen zeigte sich dann doch noch die österliche Morgensonne und wärmte die Wanderer wieder auf.
Anschließend machten sich Groß und Klein wieder auf den Heimweg, so dass die meisten gegen 8.00 Uhr zu Hause waren.

Ein herzliches Dankeschön allen fleißigen Helfern und natürlich allen Frühaufstehern!

Sigrid Unger


Diese Fotos sind von:
Sigrid Unger
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Robert Peetz
 
 
 

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